Konzerte 2025

FR 19.9. 19:30 Katharinenkapelle

SA 20.9. 19:30 Haus am Westbahnhof

SA 27.9. 18:00 Martinskirche Leinsweiler 

SO 28.9. 17:00 St. Paulus Stift Herxheim 


Rheinpfalz vom 17.02.2025

„Lieder und Texte über das, was wir Heimat nennen“

VON RITA REICH

Es fehlt nicht an Ideen und an musikalischem Enthusiasmus. Nur an einem mangelt es
den Landauer Liederleuten, die sich mit ihrer Dirigentin Séverine Grimbert ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen haben – an Männern. Vor allem tiefe Bässe, aber auch Tenöre werden dringend gesucht, am liebsten natürlich mit Chorerfahrung.

In dem 40-köpfigen Chor, der mit dem Haus am Westbahnhof fest verbandelt ist und
dort regelmäßig probt, halten nur zwölf Sänger die Männerstimmen hoch. Oder vielmehr tief. Das ist zu wenig für das anspruchsvolle Programm, das man sich vorgenommen hat, sagt die Vorsitzende Ulrike Fürst. Die Landauer Liederleute hoffen deswegen
auf stimmkräftige Unterstützung von außen.
„Herkommen und Hingehen – Lieder und Texte über das, was wir Heimat nennen“: So
steht über dem Programm, das Chorgesang und Texte verbindet. Felix S. Felix aus dem
Ensemble des Herxheimer Chawwerusch-Theaters hat den Sprecherpart übernommen
und ist noch auf der Suche nach passenden Texten.
Heimat? Ein Wort, das oft von den Falschen vereinnahmt wird, das zwiespältige Gefühle auslösen kann. „Heimat und Weltoffenheit schließen einander nicht aus“, sagt
Schauspielerin Felix. Wenn dieser Begriff missbraucht werde, dann gelte es, eigene Inhalte dagegen zu setzen. „Wir sind in der glücklichen Lage, eine Heimat zu haben,“
heißt es in der Projektbeschreibung. „Unsere Gesellschaft streitet jedoch, ob wir anderen Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, aus welchen Gründen auch immer,
eine neue Heimat bieten können oder sollen. Das Programm möchte zum Nachdenken
und Hineinfühlen in diese aktuelle Thematik anregen.“
Das spiegelt sich in der Auswahl der Lieder wider. Sie stammen aus Ländern, die in der
Vergangenheit deutsche Flüchtlinge – oft Wirtschaftsflüchtlinge – aufgenommen
haben: Rumänien, Ungarn, Russland, USA, Argentinien. Am Beginn des ungewöhnlichen Chorkonzerts stehen zwar deutsche Volkslieder, aber in einer irritierenden
Interpretation. Sie werden in einem Medley nur angespielt, dann unterbrochen, und
münden schließlich in das wohlbekannte, eigentlich muntere „Muss I denn“ – jedoch
in einer melancholischen Moll-Version.
Lieder vom Exil, vom Auswandern, weit weg von jeder Volksliedseligkeit, stehen im
Mittelpunkt des Programms. Wolf Biermanns eindrucksvolles Gedicht „Und als wir als
Ufer kamen“, das seit Kurzem als Chorsatz vorliegt, erzählt von der Zerrissenheit der
Menschen, die ihr Vaterland verlassen mussten. Hymnisch, meditativ, in ungewöhnlichen Harmonien erklingt „World o World“ von Jacob Collier. „Dieses zeitgenössische
Stück ist uns sehr wichtig,“ erklärt Ulrike Fürst. „Es soll im Programm das letzte Stück
sein, ein versöhnliches Finale als Plädoyer für Menschlichkeit in der von Zerrissenheit
und Spaltung bedrohten Welt.“ Gerade dieses Lied braucht ein gutes tiefes
Fundament, also mehr stimmliche „Man-Power“, so die Vorsitzende.
Die meist anspruchsvollen Stücke muss der Chor, aber auch jeder einzelne für sich
erarbeiten. Zum Glück werden Übe-Dateien bereitgestellt. Das heißt, wer etwas später
einsteigt, wer Proben versäumt oder mehr Zeit zum Üben braucht, kann das zuhause
über Handy oder PC tun. Die Sängerinnen und Sänger können also beruhigt in Sommerurlaub fahren und vielleicht auf Bergeshöhen oder am Meeresstrand „World o
World“ anstimmen.
KONTAKT
Männer, die beim Heimatprojekt der Landauer Liederleute mitsingen wollen oder Fragen dazu haben,
wenden sich an Ulrike Fürst, Telefon 06341 930164, E-Mail info@landauerliederleute.de. Der Einstieg ist
sofort möglich. Die Proben finden dienstags von 19.15 bis 21.15 Uhr im Landauer Haus am Westbahnhof
statt. Mehr Informationen über das Projekt finden sich unter landauerliederleute.de.
TERMINE
Das „Heimat“-Programm der Liederleute wird viermal aufgeführt: Am Freitag, 19. September, um 19.30
Uhr in der Katharinenkapelle Landau; am Samstag, 20. September, um 20 Uhr im Haus am Westbahnhof;
am Samstag, 27. September, um 18 Uhr in der Martinskirche Leinsweiler; am Sonntag, 28. September, um
17 Uhr in der Kapelle St. Paulusstift Herxheim.


Tenöre und Bässe für Projekt gesucht

Die Landauer Liederleute unter der Leitung von Séverine Grimbert und Felix S. Felix (Schauspielerin des Chawwerusch Theaters) suchen für ihr aktuelles Projekt „Herkommen und Hingehen – Lieder und Texte über das, was wir Heimat nennen“ Männerstimmen, gerne mit Chorerfahrung. Proben finden dienstags 19:15-21:15 im Haus am Westbahnhof statt.

Es gibt vier Aufführungen: 19./20./27./28. September. Der Einstieg ist ab sofort möglich.

Infos über das Projekt: Projektbeschreibung

Anmeldung und Rückfragen: Ulrike Fürst 06341 930164 oder info@landauerliederleute.de